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   24.02.16 20:19
    haha








Nix als Ärger

Jaaah ich weiß, hier tut sich im Momang nicht so viel.

Der Grund ist nicht nur ein Mangel an Zeit. Ich bin zwar tatsächlich eher wenig am Rechner, weil Anni und ich so drei bis vier Stunden täglich draußen herumstreunen. Ein anderer Grund ist aber auch - wie soll man sagen... Die Themen erschlagen mich so, dass ich mich wie gelähmt fühle. Also die öffentlichen Themen, was so durch die Nachrichten geht. Manchmal packt mich der Impuls, auf die Politik zu wettern, dass die Bytes wackeln, aber dann ist es irgendwie zu viel. Was soll man alles dazu sagen? Was wir in den Medien hören, sind ja nur die Auswüchse, die schon aus einem völlig verdorbenen Boden sprießen.

Meiner Ansicht nach ist dieses Grundübel der Neoliberalismus. Ja, das ist so ein Begriff, ich nehm ihn aber trotzdem. (Kann in meinem Blog schließlich machen, was ich will!) *g*

Wer schon ein paar Jahrzehnte auf der Welt ist, wird sich an die Siebziger Jahre erinnern, wo eine immense Hoffnung herrschte. Alles wurde besser! Die Löhne stiegen und die Renten, fast alle hatten Arbeit und konnten von ihr ganz gut leben, kleiner Luxus hier und da nebenbei - mehr wollten wir doch gar nicht. Einen Fernseher, mal in Urlaub, solche bescheidenen Dinge. Die Löhne wuchsen angemessen, nämlich mit der Produktivitätsentwicklung und der Inflation, die ausgeglichen wurde.  Für Arbeitgeber war es selbstverständlich, die Löhne zu erhöhen, wenn sie Profit gemacht hatten. Natürlich nicht im selben Maße. Aber die Löhne folgten doch auf etwas niedrigerem Niveau.

Und dann kam das Lambsdorff-Papier. Ich glaub, irgendwann so Mitte der Achtziger.

Da wurden Dinge geplant, die das alles zurückdrehen sollten. Thatcher und Reagan hatten es vorgemacht: Der Staat soll sich aus der Vorsorge für die Menschen heraushalten, die Löhne müssen sinken, alles muss privatisiert werden. Das ganze Leben, die ganze Gesellschaft, sollte nur noch unter eine Kosten-Nutzen-Rechnung fallen, und was kostet, muss abgeschafft werden.

Ich glaube, das umreißt schon ziemlich konkret, was uns heute so zu schaffen macht. Oder in anderen Worten: Armut für das Volk, immenser Reichtum für ein paar Wenige - die sich als Eliten fühlen. Also als die Auserwählten.

Das haben die auch Schritt für Schritt verwirklicht, und Schröder gab dem allen seinen letzten Schliff mit der Agenda 2010. Was wir heute sehen, die wachsende Armut, der marode Sozialstaat, Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung, Hartz IV, all das ist Neoliberalismus in Reinkultur. 

Dazu gehört eine immense Menschenverachtung. Klar sind die Arbeitslosen alle faul. Und die Griechen. Und die Armen haben doch selbst schuld, die könnten eben so gut reich sein, wenn sie nur wollten. Die sind nur schlicht zu doof.

Mich kotzt das alles so an, dass ich es nicht mehr in Worte fassen kann. Und jeden Tag kommt irgendwas obendrauf!! Das Gefasel vom Fachkräftemangel. Das Gefasel von der Steuersenkung. Das eiskalte Grinsen von Ursula von der Leyen. Die "Zurückweisung der Kritik". Boah, wenn ich das schon hör! Dieser Satz kommt garantiert, wenn jemand die Regierung kritisiert, egal ob im Inland oder jetzt kürzlich durch den UN-Ausschuss für wirtschaftliche, kulturelle und soziale Rechte. Hat jemand jemals gehört, dass einer aus der Regierungsriege mal sagte: Ja, da könnte was dran sein, wir denken noch mal drüber nach? Nö. "Ich weise die Kritik zurück." Na gut. Das sag ich jetzt in Zukunft auch immer.

Zum Beispiel auch das unsägliche Gesetz, dass die Öffentlich Rechtlichen ihre Beiträge nach 7 Tagen aus dem Netz zu nehmen haben. Hör mal - wer bezahlt das alles? Wir mit unseren GEZ-Gebühren vielleicht? Und da regen sich die Privatsender auf, weil das angeblich dem Wettbewerb schadet, und gehorsam macht der Gesetzgeber mit und vollstreckt die Wünsche der Privaten? Ich denk, die lieben alle so den Wettbewerb!

Die Neolibs lieben ja nicht nur den Wettbewerb, sie fürchten auch die Enteignung. Aber nicht die Enteignung des Volkes! Die muss sein! Zum Beispiel wie eben, dass mit GEZ-Gebühren bezahlte Beiträge gelöscht werden müssen (ich danke auf Knien YouTube, wo man sie dann doch findet), und auch all die anderen Privatisierungen. 

Die Bahn. Wasser und Energie. An vielen Orten die Müllabfuhr. Und am liebsten auch die Rente und die Krankenkasse, auf dem Weg dahin sind wir gerade.

Hat irgend jemand die Erfahrung gemacht, dass all dies in privater Hand besser, effizienter und vor allem - billiger wurde, nachdem der pööhse Staat sich da zurückgezogen hat? Ich nicht.

Aber das ist die Ideologie: Der Staat ist teuer und unfähig, die Privaten machen alles besser. Aber die Privaten wollen auch ordentlich Profit machen, und wer bezahlt den wohl? Und am Beispiel der Bahn sieht man ja auch sehr schön, wie alle Regeln der Sicherheit außer Acht gelassen werden, weil sie den Profit schmälern würden.

Ja, ich weiß auch nicht, warum ich nicht schon längst die Klappe halte und mich nur noch still ärgere wie andere Leute auch.

 

 

19.7.11 13:24
 


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